Jakobskreuzkraut

Giftpflanzen: Jakobskreuzkraut

Giftpflanzen

Die Pflanze gehört zu den Korbblütlern und kann bis zu einem Meter hoch werden, sie blüht meist zwischen Juni und August mehrjährig. Die Blätter sind fiederteilig gekreuselt die Blüte leuchtend gelb, sie erinnert irgendwie an eine kleine Sonnenblume.

 

Das, was da im Sommer immer öfter auf den Wiesen und am Wegesrand so schön gelb blüht, ist bei genauer Betrachtung kein Rainfarn und kein Johanniskraut, sondern das hochgiftige immer häufiger zu findende Jakobskreuzkraut.

Besonders auf Nutzflächen wie Pferdeweiden siedelt sich das Kraut gerne an, was viele nicht wissen, alle Teile der Pflanze sind giftig, besonders die Blüten. Die Annahme das Pferde das nicht fressen ist einfach falsch und sehr gefährlich für unsere Lieben, besonders die Jungtiere nehmen die Pflanze häufig im Rosettenstadium auf.

Das fatale daran ist, dass das Gift hoch toxisch ist und vom Pferdekörper nicht abgebaut wird (kumulierend), das heisst die Summe des Giftes addiert sich bei jeder noch so geringer Aufnahme der Pflanze. Die Alkaloide der Pflanze sind schwer Lebertoxisch oft sind auch Niere und andere Organe betroffen, leider gibt es keine Therapie für vergiftete Tiere.

Zudem vermehrt sich die Pflanze rasant durch Samenstreuung, deshalb ist es auch so wichtig, nicht nur wegen der Gesundheit des Pferdes, schnell alles von der Koppel zu entfernen was auch nur im geringsten so aussieht wie Jakobskreuzkraut.

Auch im Heu ist die Pflanze zu finden und verliert auch durch Trocknung nicht ihre Giftigkeit, deswegen kontrolliert immer wieder Euer Heu auf Giftpflanzen. Entgegen vieler Meinungen bauen sich in Silage und Heulage die Toxine nicht genügend ab.

Achtet auf Symptome wie: 

  • Müdigkeit
  • Appetitverlust
  • Häufiges Gähnen
  • zielloses Umherwandern
  • Verstopfung
  • unkoordinierte Bewegung
  • gelbfärbung der Augen

frühzeitig erkannt kann der Tierarzt oft helfen.

 

Herbstzeitlose

Giftpflanzen: Herbstzeitlose

Die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale L.) aus der Familie der Liliengewächse (Liliaceae) ist mit die giftigste und auch gefährlichste Pflanze auf unseren Pferdeweiden. Sie blüht von April bis hinein in den Oktober in einem hellen Lila circa 10 – 20 cm hoch und ist schön anzusehen, wie wir wissen sind oft die schönsten Pflanzen auch die giftigsten.

Schwere Vergiftungen durch größere Mengen getrockneter Pflanzen treten bei Pferden u.a. als lebensbedrohliche Blähungs-Koliken und schwere Stoffwechselstörungen wie z.B. Hufrehe sowie Husten und starkes Speicheln auf. Auch neurologische Störungen (z. B. Kopfschütteln, Stolpern u. a.) können im Zusammenhang mit Vergiftungen stehen, da das Gift die Hirn-Blut-Schranke überwinden kann. Besonders auffällig ist der durch das Zellgift verursachte rapide Muskelschwund. Das Gift reichert sich im Körper an und führt selbst bei geringer täglicher Aufnahme zu Nieren- und Leberschäden. So führte nach einer Untersuchung der Universität Zürich die tägliche Aufnahme von 5 kg Heu, das ca. 74g Pflanzenteile pro Tier und Tag enthielt, bei Pferden nach 3 Tagen zu schweren Koliken (das entspricht 1,48 % Herbstzeitlosenbestandteile pro Heuration).

Das Gift wird sehr schnell vom Körper aufgenommen und wirkt lt. Untersuchung nach ca. 4 -12 Stunden in drei Phasen. Diese beginnen in der 1. Phase meist mit Koliksymptomen, dann folgen in der 2. Phase u. a. Herzrhythmusstörungen,  Leberinsuffizienz und neuromuskuläre Störungen. Diese Erscheinungen können 5-7 Tage andauern. In der 3. Phase treten z.B. eine krankhafte Vermehrung der weißen Blutkörperchen (Leukozytose) und Alopezie (Haarausfall) auf. Die unmittelbar tödliche Dosis für Pferde kann bereits bei ca. 400 g der getrockneten Pflanzenteile liegen. 

Das Gute ist, die Herbstzeitlose ist leicht auf den Weiden zu erkennen und zu entfernen, am besten lauft Ihr im April schon die Weiden ab, achtet auch unbedingt darauf die Knolle bei dem entfernen zu erwischen, aber bitte mit Handschuhen da die Pflanze auch wie das Jakobskreuzkraut für den Menschen giftig ist. Das sehr giftige überwiegend in den Samen vorkommende Alkaloid Colchicin, wie oben schon beschrieben, kann für das Pferd schon ab 400 gramm tödlich sein, diese Menge ist sehr hoch und eine Aufnahme in dieser Menge in kurzer Zeit eher unwahrscheinlich.  Die gute Nachricht ist, das aufgenomme Gift wird langsam wieder abgebaut, also eine Aufnahme muss nicht tödlich enden. Da die trockenen Pflanzen nicht bitter schmecken, können die Pferde diese nur schlecht auslesen und Vergiftungen werden oft nicht als solche gedeutet. Bei auftreten erster Symptome sollte immer an eine Vergiftung gedacht werden.

Jedes Pferd reagiert unterschiedlich auf Vergiftung. Erste Symptome können Atemprobleme, Durchfall, Müdigkeit, Nasenausfluss und Kolik sein.

Da die Herbstzeitlose häufig im Heu vorkommt, ist meine Empfehlung, schaut das Heu immer wieder mal nach und entfernt alles was nach Herbstzeilose aussieht und vergesst nicht danach unbedingt die Hände zu waschen.

Bild und unterer Text: Andrea Traub
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